Reisebericht und Vereinsgründung

Meine letzte Chios-Reise ist schon wieder fast zwei Monate her – nun möchte ich endlich davon berichten … und ebenso von der bedrückenden Situation der Geflüchteten auf Chios, aber auch von den Lichtblicken, die es gibt.

Deshalb: Herzliche Einladung am Samstag, 22. April 2017, 20 Uhr in der Uferkirche, Uferstraße 10b, 35037 Marburg (Untergeschoss).

An diesem Samstag findet nachmittags auch die Gründungsversammlung unseres Unterstützungsvereins für die Arbeit auf Chios (und anderswo) statt. Dieser Verein und Beteiligungsmöglichkeiten werden am Abend ebenfalls vorgestellt.

Pragmatik und Moral

In seiner Wilberforce-Biografie Amazing Grace (hier auf Deutsch) geht Eric Metaxas der Frage nach, warum der Kreis um Wilberforce nur den Sklavenhandel bekämpfte, nicht die Sklaverei als solche:

It was also thought that the slaves were not quite ready for complete emancipation, that they would need to be brought to that point gradually. There was something to be said for this idea from a strictly pragmatic point of view–just as there was something to be said for [judge] Mansfield’s fear that his ruling in the Somerset case [darin ging es um das Halten von Sklaven in England selbst] would free fourteen thousand British slaves who would then be unable to care for themselves. But the morality of such pragmatism can hardly be defended. (S. 118)

Auf dem Rückflug aus Griechenland ist meine erste Assoziation die Debatte um Flucht und Einwanderung in Europa und Amerika (irgendjemand überrascht?).

Es gibt viele offene Fragen, nicht jede Besorgnis ist rassistisches Klischee. Wie gelingt die Integration, und warum ist sie in den vergangenen Jahrzehnten so oft nicht gelungen? Welches Frauenbild bringen Zuwanderer mit? Wie kann es angehen, dass Konvertiten zum Christentum in Flüchtlingsunterkünften in Deutschland angefeindet und bedroht werden? Und so weiter.

But the morality of such pragmatism can hardly be defended.

Menschenrechte sind nicht eine Gunst, die ein Land oder eine Regierung nach Gutdünken gewähren oder verweigern kann, nach Kassenlage oder Sympathie, oder die man sich durch Wohlverhalten erst verdienen bzw. die man durch Fehlverhalten verwirken kann. Da suggerieren ja einige Lautsprecher von ganz rechts bis ganz links in ihrer irreführenden Rede vom „Gastrecht“.

Menschenrechte sind angeboten bzw. vom Schöpfer verliehen und damit unteilbar und unverlierbar. Und dazu gehört da Recht auf sichere Zuflucht vor Hass und Verfolgung.

Selbst wenn das aus pragmatischen Gründen nicht opportun erscheinen sollte.

(Dass Autor Metaxas zum Ende des Wahlkampfes Trump unterstützte, verbuche ich als ironische Fußnote dieser Geschichte.)

„To accept the things I cannot change …“?

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Irgendwer hat in unserem Warehouse ein Poster mit diesem „Serenity Prayer“ des amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr aufgehängt (und irgendein Scherzkeks hat den letzten Teil „…and wisdom to know the difference“ mit Filzstift ergänzt: „…between Mars and Snickers“). Für mich so ein Standardspruch, den ich gar nicht mehr richtig wahrnehme …

… bis eine unserer Langzeit-Volunteers vor ein paar Tagen das Poster kommentierte: „Früher fand ich diesen Spruch richtig gut – inzwischen hasse ich ihn! Ich will die Dinge nicht hinnehmen!“

Das waren nicht die Worte eines trotzigen Teenagers, hier sprach eine Frau, die ihr ganzes bisheriges Leben für die Schwächsten eingesetzt hat, in ihrer schottischen Heimat, in Ruanda nach dem Genozid und über ein Jahr auf Chios – to name a few. Ich meine, jemand, der etwas zu sagen hat.

Also, wer hat recht? Reinhold aus Missouri oder Frances aus Schottland? Beide natürlich.

Niemand ist gezwungen, immer wieder gegen die gleiche Tür – oder Wand – anzurennen. „Hinnehmen, was ich nicht ändern kann“, kann heißen: Ich gebe mich nicht dem pubertären Zorn darüber hin, dass die Welt so ist, wie sie ist – und nicht, wie ich sie gerne hätte. Menschen, Kulturen, Ideen sind verschieden. Die Welt ist komplex. Ignoranz und Ungerechtigkeit, Dummheit und Bosheit sind real und werden nicht verschwinden, bis der Herr wiederkommt. Und mein Einflussbereich ist begrenzt: Die Geflüchteten auf Chios sind Opfer von Krieg und Elend in ihrer Heimat, sie sind Opfer skrupelloser Schlepper, sie sind Opfer einer zutiefst ungerechten und erniedrigenden Abschottungspolitik. Und wir Volunteers bringen Tee und freuen uns, wenn wir genug Hosen in der richtigen Größe zum Verteilen haben. Das kann einen schon in den Wahnsinn treiben oder wenigstens in den Abgrund des Sarkasmus. Das „Serenity Prayer“ kann ein Schutz dagegen sein. Es kann uns auch davor bewahren, dass uns das Elend der Welt so sehr lähmt, dass wir den vermeintlich kleinen Beitrag versäumen, den wir tatsächlich leisten können.

Aber das alles brauche ich eigentlich einer Frau nicht zu erklären, die in Ruanda gearbeitet hat. Ich glaube, es geht um etwas anderes:

„Akzeptieren“ heißt recht verstanden wohl: Ich lasse mich vom Status Quo nicht zerstören. Ich lasse mich nicht lähmen. Die andere Gefahr besteht aber darin, dass ich mich an den Status Quo gewöhne, denn „das ist eben so“. In einer Predigt habe ich neulich davor gewarnt, unseren erlebten Durchschnitt mit der „Normalität“ zu verwechseln. Wenn Leute von „normal“ reden, müssen wir sofort fragen: nach welcher Norm? Und sind wir bereit, diese Norm zu akzeptieren? Der Weg, den Flüchtlinge nach Europa nehmen müssen, ist lwbensgefährlich – das ist im Durchschnitt so, aber ich weigere mich, das als normal anzusehen.

Kürzlich wurde ich gefragt, wie sich mein Denken und Glauben durch meine Einsätze auf Chios geändert hat. Was habe ich gelernt? Meine Antwort: Schmerz und Zorn über Elend und Umgerechtigkeit. Vorher war ich wohl nicht ignorant, aber ziemlich abgeklärt: Die Welt ist eben so, bis Jesus kommt, Gefallene Schöpfung, Sünder allzumal. Da ist so, aber Gott hat mit Tränen darüber geschenkt. Eine Unruhe, die in diesem Sinn eben nicht akzeptiert. Die den Status Quo als aktuellen Stand zur Kenntnis nimmt, aber nicht bereit ist, dabei stehen zu bleiben.

Und ich sehe mich damit in ganz guter Gesellschaft. Da ist nicht nur Frances, meine schottische Teamkollegin. Da ist auch mein Herr, der über die harten Herzen weinte, auf die er in seiner Stadt Jerusalem stieß. Obwohl er nun wirklich keine Illusionen über seine Mitmenschen hatte.

In diesem Sinn mache ich weiter. Mit Entschlossenheit. Und Im Gedenken an William Booth, den Gründer der Heilsarmee. Als ein Mitarbeiter ihm klagte, die Arbeit seit über schwer und far nicht zu schaffen, soll er geantwortet haben: „Versuchen Sie’s mit Tränen.“

Ein letzter Gedanke: „Die Dinge, die ich nicht ändern kann“ – woher weiß ich, welche das sind? Gerade lese ich die Biografie von William Wilberforce, der im Britischen Weltreich die Abschaffung des Sklavenhandels durchsetzte. Als er seinen Kampf begann, wurde er ausgelacht, als wollte er den Nebel in England abschaffen. Dreißig Jahre lang kassierte er eine Niederlage nach der anderen.

Gott sei Dank akzeptierte er die Dinge nicht, die er lange nicht ändern konnte.

Woher weiß ich den Unterschied? Dafür brauche ich dann wohl Weisheit …

„Was können wir tun?“

Sonntags ist Ruhetag – auch für die Freiwilligen bei CESRT, auch am letzten Sonntag.

Naja. Im Children’s Centre ging das Programm weiter. Im Warehouse gab es eine extra Sortieraktion. Und nachmittags haben wir vor dem Souda-Camp Tee verteilt. Das Sabbatgebot wird etwas flexibel ausgelegt.

Nachmittags war ich beim Tee dabei, aber Vormittags war ich im Gottesdienst, in einer kleinen Freikirche, die wir beim letzten Besuch entdeckt haben. Interessanter Mix: Feurige Pfingstler, alte Heilslieder (das „altrauhe Kreuz“ auf Griechisch), Frauen mit Schleier, super-herzlich. Ungefähr 30 Leute in einem Raum, der auch 100 fassen könnte.

Was soll ich sagen? Es war herrlich. Von der Predigt habe ich nur Christos verstanden und Petros und Charisma, aber die (vielen!) Lieder konnte ich mitsingen mit meinem verbleibenden Bibelgriechisch. Und das war schon was besonderes, mit den Worten, die mir sonst aus Exegese und Theologie vertraut sind, in Gemeinschaft anzubeten! Agios, agios, agios …

Nach dem Gottesdienst gab es noch ein gemeinsames Mittagessen und interessante Gespräche. Der Gemeindeleiter fragte ein bisschen die Theologie unserer Kirche ab (schien ok zu sein). Danach erkundigten sie sich nach der Situation der Flüchtlinge auf der Chios. Schon etwas seltsam, als Kurzzeitbesucher die Einheimischen darüber zu informieren, was auf ihrer Insel los ist… Aber ich freute mich über das aufrichtige Interesse. Und es weiß wohl auch nicht jeder Durchschnittsbürger bei uns genau z.B. über die Situation von Obdachlosen in seiner Stadt Bescheid …

Irgendwann fragte der Gemeindeleiter: „Was können wir tun?“ Auf die Frage hatte ich ja gewartet 😊 … Nach etwas Nachdenken gab ich ihm die Antwort(en), die ich so ähnlich immer gebe – auch in Deutschland:

  • Betet! Für unsere Freunde in den Camps, die im Lauf der Zeit immer gefährdet sind durch Depression und Aggression; für die Situation in den Herkunftsländern; für diejenigen, die die großen politischen Entscheidungen treffen; für die Helfer usw.
  • Sprecht mit euren Freunden, Kollegen, Angehörigen.  Schweigt nicht, wenn andere über Flüchtlinge (oder sonst irgendwen) herziehen. Klingt pathetisch, aber: Erhebt die Stimme für die Schwächsten.
  • Begegnet Geflüchteten in eurer Umgebung mit Respekt, Freundlichkeit, Liebe. Ich erlebe hier jeden Tag, wieviel ein Lächeln, ein Gruß – die Hand aufs Herz gelegt – ein Scherz oder etwas Smalltall schon bewirken kann. Und es überwindet die Sprachlosigkeit, hin und wieder kannst du dann tiefer einsteigen, wie im Gespräch mit Mohammed.
  • Helft wo ihr könnt – die Leute aus der Gemeinde haben ihr „normales Leben“ auf Chios, aber damit auch die Möglichkeit, sich z.B. zwei Stunden in der Woche zu engagieren. Der Gemeindeleiter bekam Toulas Telefonnummer von mir … Aber Gleiches gilt in Deutschland. Auch wenn sich andere Themen in den Vordergrund geschoben haben – Ehrenamtliche werden weiter gesucht in vielen Bereichen. Und auch Chios (und zahlreiche andere Orte) brauchen weiter Volunteers. Wenn du mindestens 10 Tage hast, sprich mich an!
  • Gebt für diese Arbeit! Als Deutscher unter Griechen habe ich den Punkt weggelassen, aber der Einsatz kostet Geld. Ich nehme weiter Spenden entgegen, in den nächsten Tagen poste ich noch weitere Spendenmöglichkeiten.

Ich weiß: Niemand kann alles tun. Aber es kann auch niemand gar nichts tun.

Yalla.

Erste Schritte in Europa

Heute morgen, 8.15 Uhr: 18 Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan – darunter 6 kleine Kinder – gehen im Hafen von Chios an Land. Mit ihrem Boot waren sie auf einer kleinen Insel nordöstlich von Chios gelandet, die Küstenwache brachte sie nach Chios.

Wir waren vor Ort, um sie zu begrüßen, um sie (nach der Erst-Registrierung durch die Hafenpolizei) mit Wasser, Snacks und Kleidung zu versorgen und ihnen etwas Ruhe zu ermöglichen. Eine Ärztin aus dem Team war dabei für einen Checkup.

Was liegt vor ihnen?

Den Umständen entsprechend waren sie ganz gut in Form, nicht nass, und wir hatten freundliches Wetter.

Ohne diese Hafenwache der Volunteers an jedem Morgen (sofern das Wetter Boote zulässt) ab 5.30 Uhr würden die Flüchtlinge keine Hilfe, nicht einmal Trinkwasser bekommen.

Eine Stunde später ist der Bus da, der unsere neuen Freunde ins Camp bringt. Für die Fahrt muss jeder drei Euro bezahlen! Heute sollten die Kinder ausnahmsweise auch zahlen, „weil die Gruppe so klein ist“.

Nein, das ergibt keinen Sinn. Fragt mich nicht …

~~~

Eine Belohnung fürs frühe Aufstehen …

Bilanz am Ende des Tages: Insgesamt kamen heute drei Boote an mit insgesamt 140 Leuten. Im ganzen letzten Monat haben es nur zwei Boote hierher geschafft! Bei der Versorgung hat alles gut geklappt.

Zehn der Neuankömmlingen sitzen auf der Polizeiwache fest, als Verdächtige (Schlepper?) oder Zeugen. Wir haben ihnen Abends noch Decken, Schlafsäcke, Wasser und Proviant gebracht und Pizza geordert.

„The only thing you can do here is get angry“

Ich treffe Mohammed* bei unser Tee-Verteilung vor dem Souda-Camp. Nach ein bisschen Smalltalk erzählt er mir seine Geschichte. Obwohl er in Deutschland als Flüchtling anerkannt ist, hängt er auf Chios fest. Und das kam so:

Im Sommer 2015 floh Mohammed mit seinem jüngeren Bruder vor dem Krieg in Syrien, wo er als Lehrer gearbeitet hatte. Über Chios kamen sie im August 15 nach Europa und landeten schließlich in einer Kleinstadt in Norddeutschland, wo sie als Flüchtlinge anerkannt wurden. Da Mohammeds Bruder minderjährig ist, wurde auch sein Antrag auf Familienzusammenführung mit der Mutter genehmigt. Nun – ungefähr vor einem Monat – reiste Mohammed nach Chios, wo seine Mutter inzwischen angekommen war, um alles für ihre Weiterreise nach Deutschland zu regeln. Inzwischen hat sie alle Papiere zusammen.

Nun wollte Mohammed nach Deutschland zurück – doch der Polizist am Flughafen von Chios erklärte ihm, das seien gar nicht seine Papiere; dass er etwas deutsch spricht, machte ihn zusätzlich verdächtig. Sein deutscher Flüchtlingspass wurde konfisziert – Mohammed (ohne Papiere) und seine Mutter (mit Papieren) hausen nun im berüchtigten Lager Vial.

Immerhin – Mohammeds deutscher Anwalt ist an der Sache dran, man darf hoffen, dass er die Sache aufklären kann; dazu kommt er demnächst wohl nach Chios.

Bei Mohammed wächst in der Zwischenzeit die Wut – wie bei vielen anderen, die seit Monaten hier festhängen und weit weniger Hoffnung auf ein Happy End haben können.

Die Zeit steht still

Zum dritten Mal auf Chios. Winter. Sommer. Winter. So viel ändert sich nicht auf der kleinen Insel. Ist die Tankstelle neu? Hat das Café geschlossen? Sonst alles wie immer.

Jeden Morgen: Teambesprechung im Warehouse

Eine Konstante seit bald 1 1/2 Jahren: Das CESRT-Team und eine Reihe anderer Gruppen sind weiter im Einsatz für Geflüchtete auf Chios (und im Fall von CESRT auch für einheimische Griechen, die in Not sind). Die Projekte wandeln sich mit den Bedürfnissen, aber konstant bleibt: Ein enormer Einsatz von unserer Toula und von insgesamt mittlerweile 1500 Freiwilligen, die seit Oktober 2015 angepackt haben – für ein paar Tage oder ein paar Monate, aus Deutschland und Palästina, aus der Schweiz und Norwegen, aus dem Baskenland und aus Israel, aus Großbritannien und Irland, aus den USA und Griechenland. In der Erstversorgung am Strand, in unzähligen Nachtwachen. In der Kleiderkammer und im Englischunterricht. In der Kinderbetreuung und in zahllosen Meetings mit der Kommune, der Polizei, dem UNHCR, Frontex, den anderen Helfern (wenn alle sich einig sind, kann ein neues Projekt starten). Konstant bleibt auch: Die Liebe für die Geflüchteten, um die es geht, und meistens auch im Team. Viel Lachen und viele Tränen …

Warten auf … ja – worauf?

Konstant aber auch: Das Elend der Geflüchteten, seit dem EU-Türkei-Deal (März 2016!) gefangen in der Zeitschleife, die sich „griechisches Asylsystem“ und „europäische Migrationspolitik“ nennt. Es geht nicht vorwärts (schon der Weg nach Athen ist versperrt) und nicht zurück (wohin auch?).

Vorige Woche haben zwei Jungs versucht, im kleinen Hafen von Agia Ermioni ein Boot zu stehlen, um in die Türkei zurück zu fahren. Da ist es zwar noch schlimmer, aber hier hielten sie es nicht mehr aus. Jetzt sitzen sie im Gefängnis…   Aber eigentlich fühlt sich die ganze Insel wie ein Gefängnis an.

Und wir Helfer? Wir bringen Tee und Hosen, bespaßen die Kinder und schaffen Bildungsmöglichkeiten. Die großen Räder drehen wir nicht.

Trotzdem bin ich überzeugt: Unser Einsatz ist nicht vergebens. Unvorstellbar, wie es hier ohne die Freiwilligen aussähe.

Wir machen weiter.

Wieder nach Chios

Es geht wieder los!

Zwar ist die Situation der Geflüchteten in der Ägäis aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden und schafft es nur in die Schlagzeilen, wenn es Schnee und Tote gibt wie in den letzten Wochen.

An der Situation der Männer, Frauen und Kinder, die auf den Inseln seit inzwischen fast einem Jahr festhängen, ändert das aber nichts – im Gegenteil, sie wird immer noch verzweifelter. Wie gut, dass auch die Hilfe vom CESRT und anderen weiter geht.

In zwei Wochen bin ich wieder dabei! Der Flug ist gebucht – vom 14.-25. Februar bin ich zum dritten Mal im Hilfseinsatz auf Chios. Ich werde wieder anpacken, wo es eben möglich und nötig ist. Lest die älteren Blogbeiträge, wenn ihr wissen wollt, wie das aussehen kann!

Einmal mehr möchte ich dich einladen, mitzuhelfen. Nach wie vor ist die Finanzierung der Hilfe vor Ort weitgehend in der Hand von kleinen Freiwilligenorganisationen (auf Samos haben sich Volunteers jetzt an die großen Hilfswerke gewandt, nachdem selbst die Anschaffung von Klopapier auf ihren Schultern lag …). Deshalb bitte ich dich um Spenden für Nahrung, Kleidung, einen Mietwagen, um mobil zu sein, und was sonst an Material benötigt wird. Hier und hier bekommst du einen Einblick, wie das aussehen kann.

Unsere Vereinsgründung ist in Arbeit – diesmal bitte ich nochmal um Spenden auf unser Privatkonto, IBAN DE52 5335 0000 1033 0033 46, Verwendungszweck „Hilfe Chios“. Eine Spendenquittung gibt es leider nicht, aber einen Bericht über jeden ausgegebenen Euro.

Unsere Kosten für An- und Abreise, Verpflegung, Quartier tragen wir selbst – wenn du dabei mithelfen möchtest, vermerke doch extra „Reisekosten“ auf der Überweisung. Falls hier mehr eingeht, als wir brauchen, können wir mehr in die Hilfe stecken.

Für Rückfragen stehen wir natürlich gern bereit. Melde dich auch, wenn du direkt vor Ort mitmachen willst – wir helfen bei der Reiseplanung!